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Was ist Krebs?
Der menschliche Körper besteht aus Milliarden von Zellen, deren Wachstum, Teilung und Absterben präzise reguliert sind. Dieses Gleichgewicht wird durch komplexe genetische und biochemische Steuerungsmechanismen aufrechterhalten.
Krebserkrankungen entstehen, wenn es zu Veränderungen im Erbgut (Mutationen) kommt, die diese Kontrollmechanismen außer Kraft setzen. Betroffene Zellen entziehen sich der natürlichen Wachstumsregulation, vermehren sich unkontrolliert und können sich dem programmierten Zelltod entziehen. In der Folge bildet sich ein Tumor.
Grundsätzlich wird zwischen gutartigen (benignen) und bösartigen (malignen) Tumoren unterschieden. Gutartige Tumoren wachsen in der Regel lokal begrenzt. Bösartige Tumoren hingegen können in angrenzende Strukturen einwachsen (Infiltration) und über Blut- oder Lymphbahnen Tochtergeschwülste (Metastasen) in entfernten Organen bilden.
Der Begriff „Krebs“ umfasst mehr als 200 unterschiedliche Erkrankungen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer biologischen Eigenschaften, ihres Wachstumsverhaltens, ihrer Prognose und ihrer therapeutischen Möglichkeiten.
Für die Behandlungsplanung ist die sogenannte Stadieneinteilung entscheidend. International gebräuchlich ist das TNM-System. Es beschreibt die Größe und Ausdehnung des Tumors (T), den Befall von Lymphknoten (N) sowie das Vorliegen von Fernmetastasen (M). Aus diesen Angaben ergibt sich das Krankheitsstadium, das maßgeblich die Therapieentscheidung und die Prognose beeinflusst.
Die Entstehung von Krebs ist meist multifaktoriell. Neben genetischer Veranlagung spielen Alterungsprozesse, Umweltfaktoren, bestimmte Infektionen sowie Lebensstilfaktoren eine Rolle. In vielen Fällen lässt sich jedoch keine einzelne Ursache eindeutig benennen.
Dank moderner medizinischer Entwicklungen – unter anderem in der molekularen Diagnostik, der Chirurgie, der Strahlentherapie sowie medikamentösen Verfahren wie Chemotherapie, zielgerichteter Therapie und Immuntherapie – haben sich die Behandlungs- und Überlebenschancen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Eine frühzeitige Erkennung kann hierbei entscheidend sein.